Wort des Tages: Was der "Emotional Load" mit Frauen macht

In dieser Reihe stellen wir täglich ein Wort vor, das wir (gerade) besonders wichtig finden. Heute: "Emotional Load".

Apr 4, 2025 - 08:23
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Wort des Tages: Was der "Emotional Load" mit Frauen macht

In dieser Reihe stellen wir täglich ein Wort vor, das wir (gerade) besonders wichtig finden. Heute: "Emotional Load".

Was bedeutet es?

Der "Emotional Load", auf Deutsch: emotionale Last, bezeichnet die emotionale Arbeit, die vor allem Frauen in Beziehungen und Familien leisten. Nicht nur der "Mental Load", also die zusätzliche Denkarbeit, das Ausmachen von Terminen, das Erinnern an Geburtstage und so weiter, liegt häufig vor allem bei Frauen – auch der emotionale Part gehört dazu. Denn meistens sind es die Frauen, die sich erst einmal um die Gefühle anderer kümmern, seien es die des Partners oder die der Kinder, bevor sie an sich selbst denken. Sie achten darauf, dass es allen gut geht und dass die emotionalen Bedürfnisse der Menschen in ihrem Umfeld erfüllt sind.

Die Gefühlswelt der Frauen kommt dabei häufig zu kurz. Zusätzlich sind sie erschöpft, denn der Umgang mit Emotionen kostet Kraft – vor allem, wenn nicht genug Zeit und Raum für die eigenen Gefühle da sind. "Frauen denken dann oft, es liege an ihnen und ihrer persönlichen Leistungsfähigkeit, dass sie so erschöpft sind", erklärt dazu Susanne Mierau, Diplom-Pädagogin und Autorin des Buchs "Emotional Load – Wie Mütter frei von emotionaler Überlastung werden". "Dabei tragen sie oft einfach mehr unsichtbare Lasten als Männer."

Das große Problem ist, dass der "Emotional Load", also die zusätzliche Last auf der Psyche der Frauen, häufig unsichtbar ist. Die Anerkennung für die Care-Arbeit, die sie innerhalb der Familie oder auch im Freundeskreis leisten, fehlt.

Wer benutzt es?

Feminst:innen, die auf den gesellschaftlichen Missstand rund um den zusätzlichen "Emotional Load", den Frauen oft tragen müssen, aufmerksam machen wollen.

Wo taucht es zum ersten Mal auf?

Der "Emotional Load" geht zurück auf "Emotional Labor", also emotionale Arbeit. Und diesen Begriff wiederum hat die US-Soziologin Arlie Hochschild schon 1983 in ihrem Buch "Das gekaufte Herz: Die Kommerzialisierung der Gefühle" geprägt.

Warum ist es wichtig?

Nur, wenn es Wörter für die unsichtbaren Leistungen von Frauen gibt – Care-Arbeit, "Mental Load", "Emotional Load" –, verstehen Menschen, dass es ein Problem gibt. Deshalb ist das Verwenden und Prägen dieser Begriffe eine elementare Voraussetzung dafür, dass Veränderung in der Gesellschaft möglich ist.