Alles eine Frage der Auflösung: Der variable Font Resum
Der Typedesigner Benoît Bodhuin ist für seine Schriften bekannt, die immer gerne bekannte Pfade verlassen und zeigen, dass er auch Grafikdesigner ist. So wie die Resum, die mit dem Thema Auflösung spielt.

Der Typedesigner Benoît Bodhuin ist für seine Schriften bekannt, die immer gerne bekannte Pfade verlassen und zeigen, dass er auch Grafikdesigner ist. So wie die Resum, die mit dem Thema Auflösung spielt.
Der französische Grafik- und Typedesigner Benoît Bodhuin liebt das Experiment – und das Spiel mit den Dimensionen. Das haben wir hier schon öfter gezeigt.
Bei seinem ausgelassen hüpfenden Font Politip wechselt er beständig zwischen verschiedenen Rastern hin und her. Dann wieder setzt er auf elastische Pünktchen, auf ein Bild im Internet, lässt sich vom Bauhaus inspirieren und stört auch schon mal den Lesefluss.
Zuletzt hat er bei der Harber mit Punkten auf einem Raster experimentiert – und daraus entstand schließlich die Idee für die Resum. Hängt man ein e an, hätte man im Namen sogar das englische weitermachen, wieder aufnehmen.
Die Resum spielt mit Auflösung, damit, dass diese durch eine feine Punktbewegung mit zunehmender Stärke abnimmt.
Im Wandel
Die Dynamik, der Resum, die von der maximalen Auflösung (Weight 0) zu der minimalen Auflösung (Weight 9) führt, entsteht dadurch, dass einer von zwei Punkten sich verdoppelt, während der andere gleich bleibt und das dekliniert sich durch die gesamten Schriftstärken durch.
Aus den vier verschiedenen Auflösungsschritten und mit jeweils zwei Zwischenschritten ergeben sich zehn verschiedene Schnitte.
Gleichzeitig ergibt es sich, ganz wie bei einer Pixelschrift, dass Buchstaben mit vertikalen und horizontalen Linien in der Darstellung nicht verzerrt sind, während diagonale und gebogene Striche sich in ovale Formen verwandeln – und das bis hin zu einem Bild.
Für Benoît Bodhuin ist das aber keineswegs ein Manko, ganz im Gegenteil wird so der Wechsel durch verschiedene Auflösungen umso besser sichtbar – und auch, dass sie sich bei hoher Auflösung in eine abgerundete Grotesk verwandelt.
Und wozu die Resum am besten verwendet wird? Auch da geht Benoît Bodhuin seine eigenen Wege und findet, dass sie sich jenseits von Headline- oder Textkriterien, sondern ganz inhaltlich begründet, wohl am besten für alles eignet, dass sich um das Thema Auflösung dreht.