Künstliche Intelligenz im Jahr 2025 – Part 9

Künstliche Intelligenz im Jahr 2025 – Mensch vs. Maschine? Warum Künstliche Intelligenz für Designer mehr Chance als Bedrohung ist. Designer blicken optimistisch in die Zukunft: Wie KI Effizienz steigert, neue Jobs schafft und Kreativität beeinflusst. Vor wenigen Jahren hätte kaum jemand gedacht, dass KI-Modelle Designprozesse unterstützen – oder gar neue Jobs schaffen könnten. Heute nutzen […] Der Beitrag Künstliche Intelligenz im Jahr 2025 – Part 9 erschien zuerst auf DESIGNBOTE - Design Fachblog - mit News zu neuen Logos, Relaunchs, Redesigns

Apr 2, 2025 - 07:13
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Künstliche Intelligenz im Jahr 2025 – Part 9

Künstliche Intelligenz im Jahr 2025 – Mensch vs. Maschine? Warum Künstliche Intelligenz für Designer mehr Chance als Bedrohung ist. Designer blicken optimistisch in die Zukunft: Wie KI Effizienz steigert, neue Jobs schafft und Kreativität beeinflusst.

Vor wenigen Jahren hätte kaum jemand gedacht, dass KI-Modelle Designprozesse unterstützen – oder gar neue Jobs schaffen könnten. Heute nutzen bereits über die Hälfte der Designer generative KI-Tools wie Midjourney und DALL·E. Doch was bedeutet das für die Zukunft kreativer Berufe? Wo liegen die größten Chancen und wo die Stolpersteine? Das Interview mit Patrick Llewellyn, VP Digital & Design Services, VistaPrint gibt spannende Einblicke in den aktuellen Stand von KI in der Kreativbranche.

Künstliche Intelligenz

Patrick Llewellyn, VP Digital & Design Services, VistaPrint

Welche Chancen bietet KI für die Kreativbranche?

Künstliche Intelligenz bietet Designern und der Kreativbranche enorme Möglichkeiten – auch wenn viele Fragen zur Zukunft noch offen sind. In unserer Umfrage unter 10.000 Freiberuflern zählte eine der bemerkenswertesten Erkenntnisse, dass fast die Hälfte der Designer (47 %) glaubt, KI werde langfristig ihr Einkommen steigern. Das liegt vor allem an der gesteigerten Effizienz: Viele Designer nutzen generative KI, um grundlegende Aufgaben zu automatisieren und ihre Workflows zu optimieren. So bleibt mehr Zeit für wertvollere kreative und kollaborative Arbeit.

Fast zwei Drittel der Designer sind zudem überzeugt, dass KI völlig neue Rollen und Karrierechancen in der Branche schaffen wird, eine Mischung aus kreativem Prompt-Engineering, KI-Kuration und klassischen Design-Skills. Es ist spannend zu sehen, wie neue Technologien das kreative Talent von Designern ergänzen und möglicherweise Berufe entstehen lassen, die wir heute noch gar nicht auf dem Radar haben.

Wie siehst Du den aktuellen Stand der Gestaltung mit KI?

Was mich besonders beeindruckt, ist der Optimismus der Designer. In unserer Umfrage gaben 38 % an, dass sie heute zuversichtlicher in Bezug auf KI sind als noch vor zwölf Monaten. Da bereits über die Hälfte generative KI-Tools in ihrer Arbeit nutzt, wächst das Verständnis für diese Technologie ebenso wie ihre Akzeptanz. Designer lernen zunehmend die Möglichkeiten und Grenzen besser einzuschätzen.

Die große Mehrheit (88 %) ist überzeugt, dass das Erlernen von generativer KI für ihren zukünftigen Erfolg entscheidend ist. Das zeigt, wie sehr diese Technologie die Branche in den kommenden Jahren prägen wird.

Welche Herausforderungen siehst Du bei der Nutzung von KI im Kreativprozess?

KI steckt insgesamt noch in den Kinderschuhen. Neben den spannenden Chancen bringt die rasante Entwicklung auch ernste Herausforderungen mit sich.

Viele Designer sehen weiterhin große ethische Bedenken, insbesondere hinsichtlich der Unsicherheit rund um Urheberrechte und Eigentum an KI-generierten Bildern (69 %), Plagiats- und Zustimmungsfragen (64 %), der schnellen Entwicklung ohne ethische Leitplanken (55 %) sowie der inhärenten Voreingenommenheit von KI-Modellen (32 %).

Diese Probleme sind keineswegs trivial, viele davon werden bereits international juristisch diskutiert. Während Designer sich diesen Fragen stellen und gleichzeitig das Potenzial generativer KI nutzen, bleibt die Originalität ihrer Ideen und kreativen Umsetzung ihr wertvollstes Kapital.

Wie verändert KI Deine Arbeit? Und wie entwickelt man dabei eine eigene Handschrift?

Die meisten Designer (64 %) sehen KI als Ergänzung zur menschlichen Kreativität, nicht als Ersatz. Ich betrachte generative KI als kreatives Medium, das in erfahrenen Händen unterschiedliche Ergebnisse hervorbringt.

Der individuelle Stil und die kreative Herangehensweise eines Designers bleiben einzigartig. KI kann diesen zwar unterstützen, ersetzt aber nicht den Prozess der Entwicklung einer eigenen Handschrift oder Spezialisierung. So wie Photoshop in den 1990er-Jahren das Design revolutionierte, hat KI das Potenzial, unsere Arbeitsweise zu verändern, ohne das Fundament kreativen Talents anzutasten.

Welche KI-Tools kannst Du empfehlen?

Es gibt unzählige Tools – die Wahl hängt stark vom jeweiligen Projekt ab. Unsere Design-Community nutzt eine Vielzahl generativer KI-Tools, darunter Adobe Firefly, Midjourney und DALL·E, sowie Sprachmodelle wie Claude und ChatGPT für Textgestaltung und Brainstorming-Aufgaben.

Welches Beispiel für gelungene kreative Arbeit, die mit KI umgesetzt wurde, fällt Dir ein?

Ein besonders spannendes Beispiel ist die Modedesignerin Norma Kamali, die ein KI-Modell mit ihren eigenen Arbeiten trainierte, sodass es anhand von Texteingaben neue Designs auf Basis ihrer kreativen DNA erstellen kann.

Weitere bemerkenswerte Kampagnen sind unter anderem Nutellas limitierte Edition von 7 Millionen algorithmisch gestalteten Etiketten für den italienischen Markt. Jedes einzelne wurde individuell designt, um ein einzigartiges Verpackungserlebnis für jeden Kunden zu schaffen.

Auf was müssen Kreative im Umfang mit KI besonders achten, damit das Ergebnis gut wird.

Es gibt einige Faktoren, die den erfolgreichen Einsatz generativer KI unterstützen. Einer der wichtigsten ist Transparenz. Es ist entscheidend, klare Erwartungen zu setzen und offen mit Kunden zu kommunizieren. Insbesondere darüber, welche KI-Modelle verwendet wurden und wie sie in den Designprozess eingeflossen sind.

Ebenso gewinnt das Erstellen präziser und durchdachter Briefings an Bedeutung. Ein herausragendes Ergebnis hängt maßgeblich von der Qualität der menschlichen Eingaben und Prompts ab. Genau hier kommt die kreative Denkweise und das Talent eines Designers ins Spiel.

Was rätst Du jungen Talenten, die mit KI experimentieren?

Meine Top-Tipps für junge Designer:

  • Betrachte generative KI als Werkzeug, nicht als Ersatz für menschliche Kreativität. Nutze sie strategisch, um dein Talent und deine Fähigkeiten zu erweitern, anstatt dich darauf zu verlassen.
  • Bleib auf dem Laufenden. Informiere dich über Updates und Best Practices und setze auf gezieltes Upskilling, um KI auf einem höheren Niveau einzusetzen. Dein Ziel sollte es sein, mehr zu bieten, als ein Kunde selbst mit denselben Tools erreichen könnte.
  • Vergiss nicht die klassischen „Soft Skills“. Kommunikation, Kundenmanagement und strategisches Denken sind genauso wichtig wie KI-Know-how und machen langfristigen Erfolg aus.
  • Nutze das Potenzial von KI, aber entwickle gleichzeitig deine eigene kreative Handschrift. Die Originalität deiner Ideen und deine kreative Umsetzung bleiben dein wertvollstes Kapital.

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