DJ Koze – Music Can Hear Us

DJ Koze ist ein Meister darin, mit kleinen Details große Wirkung zu erzielen. Seine Musik funktioniert nach ihren eigenen Regeln – irgendwo zwischen House, Ambient und Pop, aber immer mit einem unerwarteten Kniff. Music Can Hear Us knüpft an diese Tradition an: Ein Album, das in schillernden Klangwelten schwebt, voller Wärme, Überraschungen und einer Prise […]

Apr 4, 2025 - 11:47
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DJ Koze – Music Can Hear Us

DJ Koze ist ein Meister darin, mit kleinen Details große Wirkung zu erzielen. Seine Musik funktioniert nach ihren eigenen Regeln – irgendwo zwischen House, Ambient und Pop, aber immer mit einem unerwarteten Kniff. Music Can Hear Us knüpft an diese Tradition an: Ein Album, das in schillernden Klangwelten schwebt, voller Wärme, Überraschungen und einer Prise schrägem Humor.

Die Gästeliste ist wie immer handverlesen. Damon Albarn steuert einen Song bei, in dem seine Stimme von Autotune ummantelt ist – ein Stilmittel, das er sich ausdrücklich gewünscht hat. Hin und wieder hört man ihn leise lachen, als wäre er selbst überrascht, wie gut das funktioniert.

Markus Acher von The Notwist hingegen liefert genau das, was man sich von ihm erhofft: einen Song, der wie ein schöner Notwist-Moment klingt – melancholisch, flirrend und mit einer Wärme, die sich langsam entfaltet.

Dazu gesellen sich weitere Gäste, die mit ihren Stimmen den Songs mal einen Hauch von Intimität verleihen, mal ihren eigenen Stempel aufdrücken. Mit dabei: Soap & Skin, Ada, Sophia Kennedy, Marley Waters, The Düsseldorf Düsterboys, Sofia Kourtesis, Arnim Teutoburg-Weiß, MAREWREW.

Musikalisch bleibt Koze seinem Ansatz treu – aber was heißt das schon? Seine Tracks sind immer auch kleine Laborexperimente. Sanfte Beats und schwebende Synths tauchen aus dem Nichts auf, verschwinden wieder, um Platz für eine plötzliche Wendung zu machen.

Mal blubbert ein Basslauf fast unverschämt funky vor sich hin, mal verliert sich ein Track in endlosen Wiederholungen, bis sich aus der vermeintlichen Monotonie ein hypnotischer Sog entwickelt. Knappe Skizzen stehen neben ausufernden Traumsequenzen, alles atmet, nichts ist vorhersehbar. Auch Gitarren, Flöten und Bläser finden hier ganz selbstverständlich ihren Platz.

Music Can Hear Us ist kein verkopftes Album. Koze geht es um Atmosphäre, um das Gefühl, das ein Track hinterlässt. Er baut Räume, in denen man sich verlieren kann, ohne die Orientierung zu verlieren.

Ein weiteres, wunderbar unstetes Album von DJ Koze, das sich nicht einordnen lässt, sondern einfach da ist – leuchtend, schräg, emotional. Ein Soundtrack für späte Nächte, lange Autofahrten oder einfach für diese Momente, in denen man sich ein wenig treiben lassen will.


Quelle