"Tatort: Fiderallala": Professor Boerne zwitschert sich in Schwierigkeiten
Im "Tatort: Fiderallala" macht sich Professor Boerne singend zum Gespött und löst mit Kommissar Thiel mysteriöse Todesfälle im Uni-Milieu.

Im "Tatort: Fiderallala" macht sich Professor Boerne singend zum Gespött und löst mit Kommissar Thiel mysteriöse Todesfälle im Uni-Milieu.
In dem "Tatort: Fiderallala" (6. April, 20:15 Uhr, Das Erste) wird die verschrobene Freundschaft der Münsteraner Ermittler Frank Thiel (Axel Prahl, 65) und Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, 60) auf eine harte Probe gestellt. Auch der Umstand, dass sich während ihrer Ermittlungen zu zwei rätselhaften Morden eine schiere Flut falscher Tatgeständiger auf dem Polizeirevier einfindet, zehrt gehörig an ihren Nerven.
Darum geht's im "Tatort: Fiderallala"
Eigentlich wollte sich Kommissar Thiel einen gemütlichen Abend mit Tiefkühlpizza auf dem heimischen Sofa machen, als sein Kollege und Nachbar Boerne mit der Nachricht hereinstürmt, dass auf dem Gelände der Universität eine Leiche gefunden wurde. Dort angekommen stellt sich die Sache jedoch als alberne Finte heraus, um ihn zu einer wilden Studenten-Party auf dem Uni-Gelände zu entführen.
Auf der Party mutiert der sonst eher hüftsteife Boerne nach dem Konsum alkoholischer Getränke und dem versehentlichen Verzehr mehrerer Marihuana-Shots zu einem wahren Feierbiest, das auf dem Höhepunkt des Exzesses voller Inbrunst das bekannte Volkslied "Die Vogelhochzeit" mit dem eingängigen Refrain "Fiderallala, Fiderallala, Fiderallalalala" schmettert - während ihn die jungen Gäste dabei unablässig filmen. Wenig später muss Kommissar Thiel seinen taxifahrenden Hippie-Vater einbestellen, um den zugedröhnten Kollegen nach Hause zu chauffieren.
Am nächsten Morgen haben die Videos von Boernes betrunkener Bühnenshow auf allen Social-Media-Kanälen die Runde gemacht, seinen neuen Spitznamen "Fiderallala" wird er so schnell nicht wieder loswerden. In seiner Wut darüber, dass Kollege Thiel ihn nicht von seiner öffentlichen Blamage abhielt, geht er so weit, ihm die Wohnung zu kündigen.
Doch dann wird es wirklich ernst, denn zwei undurchsichtige Todesfälle landen auf Thiels Schreibtisch. Neben dem Barkeeper der vorangegangenen Studentenparty, erwischte es einen emeritierten Germanistik-Professor.
Absurderweise wird es bei der Aufklärung dieser Fälle zum größten Problem, dass sich ständig neue Menschen auf dem Kommissariat einfinden, um die Taten zu gestehen, ohne als Tatverdächtige in Frage zu kommen. Für Boerne und Thiel gilt es herauszufinden, wer hinter dieser seriellen Gehirnwäsche steckt.
Lohnt sich das Einschalten?
Ja - diese wilde "Tatort"-Party sollten sich Sonntagskrimi-Fans nicht entgehen lassen. Für einen großen Teil des Spaßes ist dabei fraglos Professor Karl-Friedrich Boerne verantwortlich, der diesmal mehr als seine Kollegen Frank Thiel und Silke Haller (ChrisTine Urspruch) komödiantisch im Mittelpunkt steht. Nicht nur mit seiner titelgebenden "Fiderallala"-Performance auf der Studentenparty, bringt der Rechtsmediziner durchgehend Stimmung in die Bude - so viel sei vorab verraten.
Die eigentliche Crime-Story spielt auch in diesem Münster-"Tatort" wie gewohnt eine eher untergeordnete Rolle. Was hier zählt, ist gute Unterhaltung in gepflegtem Party-Ambiente, bei der es an absurden Dialogen und Wendungen nicht mangelt.