Hair Oiling: So kannst du Haaröl noch intensiver für deine Haarpflege nutzen
Hair Oiling ist beliebt und geht auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Wie du das Treatment für gesunde Kopfhaut und gesunde Haare nutzt.

Hair Oiling ist beliebt und geht auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Wie du das Treatment für gesunde Kopfhaut und gesunde Haare nutzt.
Gesunde, glänzende Haare – ein Wunsch, den viele von uns haben. Doch neben der optimalen Haarpflegeroutine mit Shampoo, Maske und Spülung vergessen wir auch schnell, dass Haare nicht nur in Spitzen und Längen gepflegt werden müssen, sondern auch an der Kopfhaut. Und hier kommt das sogenannte Hair Oiling ins Spiel.
Was ist Hair Oiling?
Beim ersten Hören geht man davon aus, dass es sich beim Hair Oiling um einen Haartrend handelt. Das stimmt auch, aber genau genommen, handelt es sich um ein Treatment der Kopfhaut, das aus der ayurvedischen Lehre stammt. Auch wenn der Trend auf Plattformen wie TikTok viral ging und so an Aufmerksamkeit gewann, ist das Hair Oiling also keine Neuheit, sondern eine über Jahrhunderte verwurzelte Tradition.
Wer ein Hair Oiling anwendet, ölt seine Kopfhaut ein. Dafür wird natürliches Öl oder vorgemixtes Öl für die Haare verwendet, die in die Kopfhaut einmassiert werden und für eine gewisse Dauer einwirken.
Hair Oiling: Anwendung in sieben Schritten
- Schritt: Öl testen – Um Allergien und Unverträglichkeiten auszuschließen, solltest du das Öl an einer kleinen Hautstelle testen. Gib einen Tropfen auf deine Haut und beobachte, wie du auf das Produkt reagierst.
- Schritt: Die Haare vorbereiten – Shampoo, Haarkur, Spülung und auswaschen. Dann die Haare in einen Haarturban wickeln oder mit einem weichen Handtuch ausdrücken.
- Schritt: Einölen – entweder auf nasses oder trockenes Haar. Nach dem Waschen sind die Poren noch geöffnet, sodass das Öl noch besser einziehen kann. Wenn du das Hair Oiling auf trockenem Haar machst, bürstest du deine Haare vorher gut durch und regst damit deine Kopfhaut und die Blutzirkulation an. Jetzt das Öl in den Handflächen anwärmen und auf die Kopfhaut geben oder mit einem Applikator oder einer Pipette auftragen. Dann die Kopfhautmassage, sprich mit kreisenden Bewegungen einmassieren, zum Beispiel mit den Fingern oder einer Kopfhautbürste.
- Schritt: Spitzen und Längen werden natürlich auch geölt. Dafür nimmst du ein paar Tropfen Öl, wärmst sie an, verreibst sie und verteilst sie mit gespreizten Fingern in deinen Haaren. Danach die Haare vorsichtig mit einem grobzinkigen Kamm durchkämmen.
- Schritt: Einwirken – Sind die Haare noch nass, reicht eine Einwirkzeit von einer bis drei Stunden. Trockenes Haar braucht etwas länger, um die Nährstoffe aufzunehmen. Etwa drei Stunden solltest du hier einplanen. Wichtig ist, dass du das Öl nicht länger als drei Stunden einwirken lässt. Auch wenn es verlockend klingt, über Nacht wäre zu lang!
- Schritt: Haare zusammenbinden – lass dein Haar offen oder binde es zu einem lockeren Zopf, Flechtzopf oder zu einem leichten Dutt. Wer mag, kann es auch in ein Handtuch oder einen Haarturban drehen. Falls du gern liest, häkelst, strickst oder Serie guckst, kannst du die Einwirkzeit zum Beispiel für ebendiese Hobbys nutzen und dir eine kleine Auszeit gönnen.
- Schritt: Auswaschen – Um das Öl vollständig abzubekommen, reicht ein mildes Shampoo. Du brauchst keine aggressiven Haarpflegeprodukte. Achte darauf, dass du die, die du hast, richtig anwendest.
Tipp: Zweimal oder dreimal zu shampoonieren, kann helfen, die Haare richtig sauber zu kriegen. Damit du auch an alle Stellen rankommst, kannst du deine Haare kopfüber waschen. Wichtig ist nur, dass du nach dem Shampoo immer einen Conditioner oder Leave-in-Conditioner verwendest.
Wie oft sollte man Scalp Oiling machen?
Das hängt von der Haarstruktur ab. Feines, dünnes Haar kann durch das Öl beschwert werden und schnell nachfetten. Hier genügt es, wenn du das Treatment ein- bis zweimal monatlich durchführst. Trockenes, strapaziertes, dickes oder krauses Haar oder wenn du zu Spliss und Haarbruch neigst, darf das ruhig häufiger sein. Etwa ein Mal pro Woche.
Hair Oiling funktioniert auch präventiv. Zum Beispiel, wenn du eine Haarveränderung planst, die das Haar beansprucht. Hier sei zum Beispiel an eine Volumenwelle, Dauerwelle, Koloration oder Blondierung gedacht. Oder im Winter, wenn Haut und Haare ohnehin nach Feuchtigkeit und Pflege lechzen.
Aber übertreib es nicht: Die Kopfhaut und die Talgdrüsen können nämlich auch überpflegt werden und dann kann es zum Beispiel vorkommen, dass sie auf einmal mehr Talg produzieren als sonst. Das möchte man natürlich vermeiden. Deswegen: Probiere die Methode erstmal aus und beobachte, wie sich deine Haargesundheit verändert.
Welche Öle sind für Hair Oiling geeignet?
Ganz grundsätzlich ist es wichtig, dass du das Öl verträgst. Ist das gewährleistet, kannst du darauf achten, dass es ein Haaröl ohne Silikone ist, es kein Mineralöl und keine Duftstoffe enthält. Die könnten sich nämlich ablegen oder reizen und das ist gerade auf der Kopfhaut besonders unangenehm und könnte einem gesunden Haarwachstum entgegenwirken.
Folgende Öle könntest du verwenden:
- Amla-Öl hilft Pilzinfektionen auf der Kopfhaut vorzubeugen, kann ROS absorbieren, das zum Ergrauen der Haare beiträgt und wirkt antibakteriell.
- Arganöl kann für alle Haartypen angewendet werden. Es ist leicht und beschwert nicht. Krauses, lockiges und zu Spliss neigendes Haar bändigt es, je nach Haarlänge, mit nur wenigen Tropfen. Es wirkt regulierend auf die Talgproduktion und spendet Feuchtigkeit.
- Avocadoöl ist dann die richtige Wahl, wenn deine Haare so einiges hinter sich haben – Dauerwelle, Koloration, Blondierung? Es enthält einige Vitamine, Antioxidantien und ungesättigte Fettsäuren, die nicht nur gesund sind, sondern auch die Haare pflegen.
- Jojobaöl punktet mit feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften und enthält Vitamin E, Betacarotin und Vitamin B6. Jojobaöl ist eher wachsig und fühlt sich in den Händen leicht matt an. Deswegen eignet es sich auch so gut für dünne oder feine Haare. Wendest du es zum Hair Oiling an, kann sich das insofern auszahlen, als dass deine Kopfhaut weniger zu Schuppen neigt und ausgetrocknete Spitzen mehr Pflege bekommen.
- Kokosöl enthält viel Laurinsäure. Und die macht es möglich, dass das Öl gut mit den Proteinen in den Haaren verschmelzen und sie so vor weiterem Verlust schützen kann.
- Mandelöl schützt die Haare vor Strapazen und kann dank enthaltenem Biotin das Haarwachstum anregen beziehungsweise begünstigen. Enthaltene Fettsäuren sollen außerdem Schutz vor UV-Schäden bieten.
- Moringaöl ist dann die richtige Wahl, wenn du trockenes Haar hast. Es wirkt feuchtigkeitsspendend und hilft so sprödem Haar wieder auf die Sprünge.
- Olivenöl für die Haare? Das Öl enthält viel Vitamin E und hilft den Haaren Feuchtigkeit einzuschließen. Außerdem spendet es Glanz und Geschmeidigkeit.
- Rizinusöl ist ein echter Beauty-Allrounder – für die Augenbrauen, Wimpern und die Kopfhaut. Hierbei handelt es sich um ein dickflüssiges Naturöl, das für dickes und lockiges Haar gut geeignet ist. Deswegen solltest du beim Auswaschen besonders sorgfältig sein. Es spendet Feuchtigkeit, unterstützt die Haarfollikel und wirkt sich positiv auf die Kopfhaut aus.
- Es gibt eine Studie, die gezeigt hat, dass sich Rosmarinöl positiv auf das Haarwachstum auswirken kann. Zudem wirkt es durchblutungsfördernd und entzündungshemmend. Um von dem Öl zu profitieren, ist es wichtig, dass du es richtig anwendest. Deswegen: Nutze nie ein reines Rosmarinöl. Zum Hair Oiling am besten ein Haaröl, das Rosmarin enthält, zum Beispiel das Rosemary & Mint Scalp and Hair Strenghtening Oil von Mielle oder das Scalp Love Rosemary Mint Serum von Pacifica.
- Sesamöl wirkt entzündungshemmend und antioxidativ. Außerdem kann es UV-Schäden in den Haaren verringern und spendet Feuchtigkeit. Es kann gut von der Haut aufgenommen werden, kurbelt die Durchblutung an und stärkt so ein gesundes Haarwachstum mit weniger grauen Haaren.
- Sheabutter ist in vielen Kosmetikprodukten enthalten. Du kannst also entweder ein Haaröl verwenden, das Sheabutter enthält oder sie in reiner Form nutzen. Sie wirkt entzündungshemmend und lindert Kopfhautreizungen.
- Sonnenblumenöl hast du bestimmt auch zu Hause. Es enthält Ölsäure, die dafür sorgen kann, dass Haarbruch verringert wird. Außerdem wirkt es entzündungshemmend und kann Abhilfe schaffen, wenn die Kopfhaut juckt.
Wichtig: Ätherische Öle, wie zum Beispiel reines Rosmarinöl, solltest du immer mit einem Trägeröl mischen, weil sie ansonsten zu stark sind. Das sind zum Beispiel reine Naturöle, wie Kokosöl, Mandelöl oder Jojobaöl. Ihre Vorteile für die Haarpflege haben wir dir oben zusammengefasst. Zum Mischen eignet sich eine Flasche mit Wurzelkamm oder ein Fläschchen mit Pipette.
Du kannst auch vorgemixte Haarölekaufen und sie für dein Hair Oiling nutzen. Eine Auswahl, zum Beispiel von bekannten Marken wie Olaplex, Garnier oder Kérastase, kannst du hier bestellen:
Vor- und Nachteile von Hair Oiling
+ Krause, trockene Haar bekommen Pflege, Glanz und Geschmeidigkeit.
+ Frizz, Spliss und Haarbruch können kaschiert werden.
+ Die Haare werden versiegelt und sind so vor äußeren Einwirkungen geschützt.
+ Gesundes Haar kann Feuchtigkeit und Pflege besser einschließen – und halten.
+ Die Haare quellen nicht so leicht auf.
- Jedes Haar und jede Haut braucht das richtige Öl.
- Das Öl muss richtig ausgewaschen werden. Ansonsten könnte sich Schmutz und Talg auf der Kopfhaut sammeln.
- Weniger ist mehr. Wende das Hair Oiling nicht zu oft an, ansonsten könntest du einen gegenteiligen Effekt bewirken.
+ und – Die Anwendung braucht relativ viel Zeit. Wenn du sie in deinen Alltag einplanst, kannst du dir damit aber auch eine entschleunigende Auszeit schaffen.
Hair Oiling – ja oder nein?
Bevor du das Hair Oiling anwendest, solltest du dich fragen, ob deine Haare überhaupt zusätzliche Pflege brauchen. Denn oft ist das Haar mit Shampoo, Haarkur, Maske und Spülung schon gut versorgt. Wer mit jedem Styling zum Hitzeschutz greift und ab und an ein Haaröl aufträgt, ist gut dabei.
Schreit dein Haar aber nach Pflege und braucht nach Blondierung, Dauerwelle und Co. besonders viel Aufmerksamkeit, kannst du das Hair Oiling zurate ziehen, um die Haargesundheit zu verbessern. Beschäftige dich also mit deinem Haar und frage dich, ob und wie oft das Intensiv-Treatment notwendig ist. Wichtig ist auch, dass du dafür nicht zu reizenden Produkten greifst, sondern am besten zu welchen, die du kennst oder solchen, die wirklich hochwertig sind.
Quellen:
- Taghizadeh M. et al.: "Rosemary oil vs minoxidil 2% for the treatment of androgenetic alopecia: a randomized comparative trial", europepmc.org, zuletzt aufgerufen am 31. März 2025.
- Venkataram, Mysore: "Hair Oils: Indigenous Knowledge Revisited", International Journal of Trichology, PubMed Central, zuletzt aufgerufen am 31. März 2025.