Weder Krimi noch Thriller: Bücher, die so spannend sind, dass du sie in einem Rutsch durchlesen möchtest

Keine Lust auf Thriller oder Krimis? Macht nichts: Auch andere Bücher können Pageturner sein. Von Satire über Historienroman bis Beach Read – fünf Romane, die dich von Anfang bis Ende fesseln.

Apr 3, 2025 - 18:20
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Weder Krimi noch Thriller: Bücher, die so spannend sind, dass du sie in einem Rutsch durchlesen möchtest

Keine Lust auf Thriller oder Krimis? Macht nichts: Auch andere Bücher können Pageturner sein. Von Satire über Historienroman bis Beach Read – fünf Romane, die dich von Anfang bis Ende fesseln.

Aufschlagen, eintauchen und am liebsten erst wieder zuklappen, wenn ich durch bin – manchmal möchte ich einfach ein spannendes Buch lesen, das mich fesselt und es mir leicht macht, mich darauf zu konzentrieren. Auf Krimis oder Thriller habe ich wiederum oft gar keine Lust, auch wenn die den Ruf haben, besonders spannend zu sein. Zum Glück gibt es auch in anderen Genres viele tolle Werke, durch die es sich super durchrauschen lässt. Folgende fünf würden mir da zum Beispiel sofort einfallen.

5 Bücher mit Spannungsgarantie, die weder Krimi noch Thriller sind

1. "Shred Sisters" (Betsy Lerner)

Amy und Olivia Shred verbindet das besondere Band, das in der Regel nur zwischen Geschwistern besteht. Allerdings ist ihr Band strapaziert: Ollie, die ältere der beiden Schwestern, ist psychisch krank. Wutausbrüche, Straftaten, selbstschädigendes Verhalten gehören von Kindheit an zu Ollies Natur. Amy hingegen ist als Mädchen – auffällig unauffällig. Als Erwachsene beginnt aber auch sie, an immer mehr Aufgaben ihres Lebens zu scheitern. Welche Rolle spielt Ollies Krankheit bei den Problemen ihrer Angehörigen? Wie wirkt sich Ollies Auffälligkeit auf die Familie aus, wie auf deren Mitglieder im Einzelnen? 

Was macht es zum Pageturner?

Betsy Lerner erzählt die Geschichte der Familie Shred mit Fokus auf Amy ungemein konzentriert, stringent und dabei trotzdem sensibel. Sie macht kaum Abschweifungen und Schlenker, die Ungeduld wecken könnten, dafür kommt man den Charakteren – vor allem Amy, aber auch Ollie – umso näher und fühlt sich in sie hinein. Ein schweres, aktuelles Thema, doch Betsy Lerner behandelt es gekonnt, macht es leicht zugänglich und angenehm zu konsumieren. 

Leider gibt es den Roman bislang nur auf Englisch, aber nachdem er im englischsprachigen Markt sehr erfolgreich war, wird er sicherlich früher oder später ins Deutsche übersetzt. Um ihn im Original zu lesen, sind allerdings auch keine exzellenten Englischkenntnisse nötig: Die Autorin schreibt in einem sehr natürlichen, leserfreundlichen Stil.

"Der Maulwurf" (Mark Spörrle)

Mehr Ruhe, mehr Platz, mehr Natur – das sind einige der Gründe, die Anna und ihren Mann Sascha dazu bewegen, mit ihrer 16-jährigen Tochter Marie von Hamburg aufs Dorf zu ziehen. Doch noch ehe der Glasfaser-Internet-Anschluss verlegt und die Terrassenmöbel bestellt sind, hat sich ein Maulwurf im Garten eingerichtet, der Sascha, Sustainability-Beauftragter und Ordnungsliebhaber, an seine Grenzen bringt – und darüber hinaus. 

Was macht es zum Pageturner?

So witzig und zum Teil absurd Mark Spörrles Satire daherkommt: Man spürt sofort, dass nichts davon weit hergeholt ist. Durch den Maulwurf gerät Saschas Welt außer Kontrolle, entspricht nicht mehr seinen Vorstellungen – und er kann an kaum etwas anderes denken, als das wieder in Ordnung zu bringen. Als Lesende beobachten wir, wie Sascha sich verrennt, wie er lediglich lockerlassen müsste. Doch wir verstehen auch (irgendwie), wieso er das nicht kann. Gebettet in Komik entspannt sich eine Katastrophe, von der es kaum möglich ist, den Blick abzuwenden, bis raus ist, wie sie endet. Und der geschmeidige Stil des Autors macht es leicht, der Geschichte stolperfrei zu folgen.

"Die drei Leben der Cate Kay" (Kate Fagan)

In ihrem ersten Leben stand der Plan über Jahre hinweg fest: Nach ihrem Schulabschluss würde sie mit ihrer Freundin Amanda nach Hollywood roadtrippen und sich dort als Schauspielerin entdecken lassen. In ihrem dritten Leben wohnt sie tatsächlich in Hollywood, allerdings ohne Amanda und als Buchautorin Cate Kay – ein Pseudonym, das sie nun davor schützen soll, entdeckt zu werden. Woran zerbrach die Freundschaft mit Amanda? Was zwingt Cate dazu, sich vor aller Welt zu verstecken?

Was macht es zum Pageturner?

Dieser fiktive Biografie-ähnliche Roman von Kate Fagan erinnert an "Evelyn Hugo" und bietet immer neue Spannungsbögen. Wann wird Cates dunkle Seite die Freundschaft zu Amanda zerstören? Wie wird das geschehen? Kann Cate ihrer Schuld entkommen und lässt sich die Vergangenheit jemals abhängen? Irre, wie spannend eine Lebensgeschichte sein kann, wenn man sie richtig erzählt. Der Roman erscheint im September auf Deutsch, ist aber bereits seit einiger Zeit auf Englisch verfügbar.

"Isola" (Allegra Goodman)

Marguerite kommt reich, privilegiert und von hoher Abstammung zur Welt. Doch als Waise und Frau (!) im 16. Jahrhundert hat sie ihr Schicksal trotzdem nicht selbst in der Hand – sondern ihr Vormund. Der wiederum interessiert sich weniger für Marguerites Zukunft und Wohl als für seine Erkundungstouren über den Atlantik und wie er diese finanziert. Und so landet Marguerite als junge Frau statt in einer standesgemäßen Ehe auf einer einsamen, abgelegenen Insel, auf der sie um ihr Überleben kämpfen muss.

Was macht es zum Pageturner?

Die Geschichte, die Allegra Goodman in "Isola" erzählt, erscheint unglaublich. Ein historischer Abenteuerroman, der einer kraftvollen Fantasie entspringt. Doch sie beruht auf einer wahren Begebenheit. Die hochgeborene Marguerite, die im 16. Jahrhundert lebte, früh verwaiste und für über ein Jahr auf einer einsamen Insel zurückgelassen wurde, gab es wirklich. Vor allem das macht "Isola" zu einem Buch, das einen den Atem anhalten lässt. Wann kommt der Punkt, an dem vorstellbar wird, dass so etwas geschehen konnte – und damit meine ich nicht nur den abenteuerlichen Teil auf der Insel, sondern auch schon die jungen Jahre Marguerites, in denen sie voll auf die Gunst eines Fremden angewiesen war. Bisher gibt es "Isola" leider ebenfalls nur auf Englisch.

"Das Fünf Sterne Wochenende" (Elin Hilderbrand)

Hollis reißt es den Boden unter den Füßen weg, als ihr Mann stirbt. Und wie durch die Luft gewirbelt fühlt sie sich, als herauskommt, dass er eine Affäre hatte. Um aus ihrem Gefühlssumpf aufzutauchen, beschließt die erfolgreiche Food-Bloggerin, die wichtigsten Menschen aus ihrem Leben zu einem Fünf-Sterne-Wochenende auf Nantucket einzuladen: ihre beste Freundin aus der Schulzeit, die beste Freundin aus dem Studium, ihre engste Freundin ihrer Dreißiger und die Frau, die ihr aktuell am nächsten steht. Hollis Tochter Caroline dokumentiert das Ganze per Video für Hollis' Fans. Wie vertragen sich die Frauen aus den verschiedenen Lebenskapiteln der Witwe? Wie verbunden fühlen sie sich Hollis heute und was steht warum noch immer zwischen ihnen? 

Was macht es zum Pageturner?

Elin Hilderbrand, Queen of Beach Reads, demonstriert in diesem Roman wieder einmal ihr ganzes Können: Er liest sich unfassbar leicht, vermittelt aber viel Gefühl. Abgesehen davon, dass von vornherein spannend ist, wie Hollis über ihren Verlust und die Affäre ihres Mannes hinwegkommt, muss man einfach wissen, wie diese Freundinnen-Konstellation für das Wochenende funktioniert – und ob es vielleicht eine gute Idee wäre, mit 50 oder 60 ein eigenes Fünf-Sterne-Wochenende zu organisieren.