SPF im E-Mail-Marketing: Warum ohne diesen Eintrag kaum noch etwas ankommt

E-Mails versenden kann jeder. Aber ankommen? Das ist eine ganz andere Geschichte. Wenn Ihre Nachrichten im Spam landen – oder gar nicht erst zugestellt...

Apr 3, 2025 - 09:33
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SPF im E-Mail-Marketing: Warum ohne diesen Eintrag kaum noch etwas ankommt

E-Mails versenden kann jeder. Aber ankommen? Das ist eine ganz andere Geschichte. Wenn Ihre Nachrichten im Spam landen – oder gar nicht erst zugestellt werden –, liegt das oft an einem fehlenden oder falsch eingerichteten SPF-Eintrag. Der ist zwar technisch unsichtbar, aber für die Zustellung absolut entscheidend.

Was ist SPF – und wofür steht es?

SPF bedeutet „Sender Policy Framework“. Es handelt sich um einen DNS-Eintrag (TXT-Typ), der einer Domain mitteilt, welche Server berechtigt sind, E-Mails im Namen dieser Domain zu versenden. Er ist damit eine Art Absender-Ausweis auf Protokollebene.

Die Idee: Ein empfangender Mailserver prüft, ob der sendende Server zu den autorisierten IP-Adressen gehört, die im SPF-Eintrag der absendenden Domain gelistet sind. Wenn nicht – landet die E-Mail im Spam. Oder wird direkt abgelehnt.

SPF schützt damit:

  • die Empfänger vor gefälschten Absendern
  • Sie als Absender vor Missbrauch Ihrer Domain
  • Ihre Kampagnen vor unnötigen Zustellproblemen
„Zugelassen zum Versand.“
SPF macht aus jeder E-Mail eine autorisierte Zustellerin – mit offiziellem Stempel.
„Zugelassen zum Versand.“
SPF macht aus jeder E-Mail eine autorisierte Zustellerin – mit offiziellem Stempel.

Warum SPF ein Muss ist – kein Nice-to-have

Die großen E-Mail-Anbieter wie Google, Microsoft, Apple oder GMX fordern SPF als Mindeststandard. Ohne korrekt eingerichteten SPF-Eintrag sind Ihre E-Mails aus technischer Sicht „nicht vertrauenswürdig“.

Das wirkt sich direkt auf die:

  • Zustellrate
  • Absenderreputation
  • Erfolgsquote Ihrer Mailings

aus. SPF ist damit nicht nur Sicherheitsmaßnahme, sondern auch eine wirtschaftlich relevante Entscheidung.

Wie funktioniert SPF im Detail?

  1. Sie definieren im DNS Ihrer Domain, welche Server E-Mails für diese Domain versenden dürfen. Das geschieht über einen TXT-Eintrag mit dem Präfix v=spf1.
  2. Ein empfangender Mailserver prüft bei eingehender Mail, ob die IP-Adresse des sendenden Servers in diesem Eintrag vorkommt.
  3. Das Ergebnis entscheidet über die weitere Verarbeitung:
    • Pass: Zustellung möglich
    • Fail: Ablehnung oder Spamfilter
    • Neutral/Softfail: je nach Policy, meist Spamordner

Beispiel-Eintrag für eine Domain, die Google Workspace und Sendinblue nutzt:

makefileKopierenBearbeitenv=spf1 include:_spf.google.com include:spf.sendinblue.com -all

Am Ende steht oft -all, was bedeutet: Nur die hier genannten Server sind erlaubt – alle anderen nicht.

Erklärung der wichtigsten Mechanismen

ElementBedeutung
v=spf1Version des SPF-Protokolls
ip4:erlaubt eine bestimmte IPv4-Adresse
ip6:erlaubt eine bestimmte IPv6-Adresse
include:zieht die SPF-Regel einer externen Domain hinzu
~allSoftfail – „nicht erlaubt, aber nicht blockieren“
-allHardfail – „nicht erlaubt, Mail ablehnen“

Typische SPF-Fehler – und wie Sie sie vermeiden

  1. Mehrere SPF-Einträge im DNS
    → Ungültig. Pro Domain darf es nur einen SPF-Eintrag geben.
  2. Wichtige Server vergessen
    → z. B. Newsletter-Tools, Buchhaltungssysteme oder CRM-Versender. Wird nicht autorisiert = landet im Spam.
  3. Syntaxfehler
    → Ein falsches Leerzeichen, ein Tippfehler – schon ist der Eintrag wirkungslos.
  4. Zu viele DNS-Lookups
    → SPF erlaubt maximal 10 externe DNS-Abfragen pro Eintrag. Mehr führt zum automatischen „PermError“.
  5. Falsches -all oder ~all gesetzt
    → Ohne zu wissen, was es bedeutet, ist das riskant: Zu streng oder zu lasch führt in beiden Fällen zu Problemen.

So richten Sie SPF korrekt ein – Schritt für Schritt

  1. Identifizieren Sie alle Quellen, die E-Mails im Namen Ihrer Domain versenden:
    • Interner Mailserver
    • Newsletter-Tools (Mailchimp, Brevo, etc.)
    • Support-Tools (z. B. Zendesk)
    • CRM-Systeme
    • Onlineshop-Plattformen (z. B. Shopify, WooCommerce)
  2. Erstellen oder aktualisieren Sie Ihren SPF-Eintrag im DNS Ihrer Domain.
  3. Behalten Sie die 10-Lookup-Regel im Blick.
    Nutzen Sie Tools wie https://mxtoolbox.com/spf.aspx zur Analyse.
  4. Testen Sie den Eintrag nach jeder Änderung.
    Kleine Fehler führen oft zu großen Problemen – vermeiden Sie das durch regelmäßige Kontrolle.

SPF ist kein Einzelkämpfer: DKIM & DMARC gehören dazu

SPF prüft nur die IP des sendenden Servers. Ob die E-Mail unterwegs verändert wurde, weiß SPF nicht. Ob der Absender wirklich derjenige ist, der im „From:“ steht – auch nicht.

Deshalb braucht SPF die Ergänzung durch:

  • DKIM (digitale Signatur der E-Mail-Inhalte)
  • DMARC (Regelwerk, was passieren soll, wenn SPF oder DKIM scheitern)

Erst das Zusammenspiel der drei schützt wirklich – sowohl Ihre Marke als auch Ihre Zustellraten.

Fazit: Wer kein SPF hat, fliegt raus

Es klingt dramatisch – und es stimmt. Wer im Jahr 2025 E-Mails ohne SPF versendet, spielt mit seiner Absenderreputation. Oder besser: verspielt sie. SPF ist kein Hexenwerk. Aber es ist der Unterschied zwischen „ankommen“ und „untergehen“. Also: einrichten, prüfen, dokumentieren – und nie wieder ohne versenden.