Digitaler Stress: So entkommst du der ständigen Reizüberflutung

Du bist dauernd am Smartphone und kannst kaum noch abschalten? Willkommen im Zeitalter des digitalen Stresses. Die klinische Psychologin Dr. Lisa Strohman verrät vier Tipps, wie wir besser damit umgehen können – ohne uns zurück ins Mittelalter katapultieren zu müssen.

Apr 2, 2025 - 19:26
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Digitaler Stress: So entkommst du der ständigen Reizüberflutung

Du bist dauernd am Smartphone und kannst kaum noch abschalten? Willkommen im Zeitalter des digitalen Stresses. Die klinische Psychologin Dr. Lisa Strohman verrät vier Tipps, wie wir besser damit umgehen können – ohne uns zurück ins Mittelalter katapultieren zu müssen.

Wir haben online Zugriff auf so ziemlich jede Information, die wir nur brauchen können. Können Dinge kaufen oder buchen, auf die viele von uns, etwa in ländlichen Regionen, sonst keinen Zugriff hätten. Und wir können mit anderen ganz einfach per Klick in Kontakt bleiben, selbst wenn sie gerade am anderen Ende der Welt sind. Die meisten von uns sind dankbar über die Möglichkeiten, die Digitalisierung mit sich bringt. 

Aber so positiv diese Entwicklungen sind, gibt es doch auch eine Kehrseite: Die digitale Welt der Möglichkeiten kann auch überfordernd wirken. Vor lauter Angeboten fühlen wir uns manchmal gar nicht mehr in der Lage, eine Entscheidung zu treffen. Weil wir permanent online sind, vergessen wir, im echten Leben Kontakte und Verbindungen zu pflegen. Und die viele Bildschirmzeit kann Körper und Geist ganz schön überfordern. Denn unser Gehirn ist schlicht und einfach nicht dafür gemacht, den ganzen Tag aufs Smartphone zu schauen.

Höchste Zeit, unser Leben zurückzuerobern und gegen den digitalen Stress anzukämpfen. Die klinische Psychologin Dr. Lisa Strohman gibt dafür auf "mindbodygreen" Tipps, die uns dabei helfen, mit dieser permanenten Reizüberflutung klarzukommen.

Diese 4 Strategien können gegen digitalen Stress helfen

1. Klare Grenzen setzen

Ein erster wichtiger Schritt, um digitalem Stress zumindest ein Stück weit zu entkommen, kann sein, die Bildschirmzeit zu begrenzen. "Am besten setzen wir uns klar definierte Zeiten im Laufe des Tages, in denen wir keine digitalen Geräte verwenden", so Strohman. Das könne etwa zu den Mahlzeiten oder vor dem Schlafengehen sein. Und auch wenn wir im Laufe des Tages mit Computer, Tablet und Co. arbeiten, ist es wichtig, dass wir regelmäßig Pausen machen. Das kann zum Beispiel eine zehnminütige Pause nach 50-minütiger Arbeitsphase sein.

2. Notifications begrenzen

Ständig aufblinkende Benachrichtigungen erschweren, uns nicht vom Smartphone ablenken zu lassen. Manche von ihnen sind womöglich wirklich wichtig, etwa Nachrichten von unserer Familie. Aber die meisten dieser aufploppenden Hinweise können warten – oder sogar ganz verschwinden. Strohman empfiehlt deshalb, nur den Apps, die wir wirklich brauchen, zu erlauben, uns Notifcations zu schicken. Dazu können Messenger wie SMS oder WhatsApp gehören, aber sehr wahrscheinlich keine Shopping-Apps. "Das hilft uns, eine bewusstere und achtsamere Beziehung mit der Technologie zu entwickeln", erklärt die Psychologin.

3. Achtsam bleiben

Ein großer Faktor bei digitalem Stress ist das ständige Scrollen, ohne etwas wirklich bewusst aufzunehmen. Auch hier plädiert die Expertin für Achtsamkeit. "Wir sollten Multitasking ebenso vermeiden wie stupides Scrollen und uns stattdessen auf eine Sache zur Zeit fokussieren." Hier könnte eine Regel lauten, das Telefon außer Griffweite zu legen, wenn wir gerade am Computer arbeiten oder etwas auf dem Fernseher schauen. So bleiben wir mit unserer Aufmerksamkeit bewusst auf nur einem Gerät.

4. Blaulichtfilter nutzen

Unsere digitalen Geräte belasten unseren Körper auch ganz direkt: "Das blaue Licht von Bildschirmen kann unseren Schlafrhythmus durcheinanderbringen und unsere Augen unnötig belasten", erklärt Dr. Strohman dazu. Deshalb empfiehlt sie, Blaulichtfilter bei Smartphones, Tablets und Co. zu nutzen, außerdem spezielle Blaulicht filternde Brillen zum Fernsehen oder für die Arbeit am Computer. Das kann uns helfen, unsere Augen zu schonen und darüber hinaus besser und gesünder zu schlafen.